Gedanken zum Vaterunser

Gedanken zum Vaterunser

Der Evangelist Matthäus hat in seinem Bericht über die Bergpredigt das Gebet überliefert (Mt 6, 9-15), das Jesus Christus die Menschen zu beten gelehrt hat. Auch der Evangelist Lukas zitiert es (Lk 11, 2-4) als Antwort Jesu auf die Bitte eines seiner Jünger: „Herr, lehre uns beten“.

Das „Gebet des Herrn“ spricht jede christliche Gemeinde in jeder liturgischen Feier. Es ist ein Bindeglied der christlichen Konfessionen. Der einzelne Christ, der seine Unvollkommenheit bekennt, darf es als Bitte um Entschuldigung beten. Wer um Erhörung einer persönliches Bitte oder einer Fürbitte Gottes väterliche Unterstützung erbitten möchte, fasst sie in die Worte des Vaterunsers. Und wer seine Dankbarkeit Gott gegenüber ausdrücken möchte, betet auch dazu gern ein Vaterunser.

Mir persönlich gilt das Vaterunser als Kleinod meines Glaubens. Darum füge ich einer Sinndeutung zwei Beispiele zu dessen Ergänzung mit konkreten Gebetsgedanken hinzu, und zwar zu einem gesellschaftlichen Anliegen und zu einem besonders tragischen Trauerfall.


Eine Sinndeutung

VATER UNSER

Jesus Christus war sich bewusst, dass Gott sein Vater ist. Mit seinem Gebet hat er aufgezeigt, dass sein Vater, der Schöpfer des Kosmos und aller Geschöpfe, von allen, die zu Gott beten, als ihr Vater angesprochen werden darf und soll. Alle, die sich darauf berufend Gott als „unser Vater“ anbeten, verstehen sich und einander als „Kinder Gottes“. Vertrauen auf die väterliche Weisheit und Güte, auf die Erlösertat Jesu Christi und die Wirksamkeit des Heiligen Geistes auf unser Erkennen, Denken, Wollen und Tun drückt sich darin aus. Es verbindet die Menschen, die so beten, zur christlichen Gemeinschaft. Durch sie erfahren die Bitten des Einzelnen eine Verstärkung. Ihre Wirksamkeit schließt den Einzelnen, die Gemeinde und diejenigen ein, für deren Heil und Wohlergehen sie ausgesprochen werden.

IM HIMMEL

Himmel bezeichnet mehr als den die Erde umgebenden Raum, mehr als das Firmament, mehr als den Kosmos als das alle Galaxien umfassende All, nämlich auch die immaterielle, geistige Welt, in der die Seelen der Verstorbenen, die Engel und Hierarchien als Geistwesen mit dem Schöpfergeist Gottes beheimatet sind.

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME

So wie ein Kind seinen Vater achtet und gegen Ehrverletzungen verteidigt, ebenso gebührt es Gott, seinen Namen und sein Wirken in Ehren zu halten und dafür einzutreten, dass über Gott achtungsvoll und ehrerbietig geredet wird. Dieses schon im Alten Testament geltende Gebot bestimmt die Juden bis heute, den Namen „Gott“ überhaupt nicht auszusprechen, sondern nur zu umschreiben.

DEIN REICH KOMME

Gottes Reich umfasst die ganze Schöpfung und seine Allmacht. Gottes Reich ist allgegenwärtig. Doch wir Menschen gehen nicht gut damit um, verletzen den uns zugedachten Lebensraum durch Missbrauch unserer Freiheit. Ein Messias ist dem Volk Gottes schon im Alten Testament verheißen, in Christus hat er als Gottes und Menschensohn gelebt und gewirkt. Seine Gedanken, Worte und Taten erwiesen ihn als Gottes Sohn. Er repräsentiert das Reich Gottes. Wir haben darum zu bitten, dass uns diese Gewissheit zuteilwerde und unsere Gedanken, Worte und Taten bestimme.

DEIN WILLE GESCHEHE,

Was Gottes Wille ist, hat Christus in vielfältiger Weise eindrucksvoll aufgezeigt: Es geht um den Erhalt der Schöpfung und um den Frieden untereinander, um Nächstenliebe und Dankbarkeit. Es geht nicht um Erhaltung oder Mehrung von Geld, Einfluss oder Macht, sondern um Dienst für das Allgemeinwohl.

WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN.

Der Himmel ist das „Überuns“, die geistige Welt, die Welt der Gedanken- und Willenskräfte, die Sphäre der Seelen. Unser Verhalten auf der Erde wird von geistigen Kräften beeinflusst und wirkt auf uns selbst und auf die geistige Welt zurück. Wie wir mit der Erde, den Geschöpfen, mit einander und mit uns selbst umgehen, hat Einfluss auf unser Leben und auf unsere Seelen. Wer als Christ bewusst und verantwortungsvoll lebt, bringt ein Stück Himmel auf die Erde und geht schließlich als veredelte Seele in die geistige Welt ein.

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

Das tägliche Brot ist viel mehr als Essen und Trinken. Aber es gehört nicht alles dazu, was wir für erstrebenswert oder gar nötig halten. Die Bitte um das tägliche Brot meint nicht Fastfood und Fun. Sie ist auch nicht auf Fülle, Dauer oder Schnelligkeit gerichtet. Erbitten dürfen wir das gegenwärtig Nötige mit Bescheidenheit und Demut, nicht Überfluss. Dazu bedürfen wir der Selbststeuerung unter dem Leitgedanken, dass wir nicht mehr konsumieren dürfen, als es dem Erhalt des Lebens aller Geschöpfe auf der Erde dient.

UND VERGIB UNS UNSERE SCHULD,

Schuldig werden wir alle, indem wir denken, wollen oder tun, was dem Erhalt der Schöpfung oder dem Umgang mit uns selbst oder mit einander nicht dienlich ist. Jeder von uns ist unvollkommen, weil wir von der göttlichen Schöpferkraft nur eine Spur abbekommen haben. Das eigene Bemühen um ein Gott gefälliges Leben scheitert oft. Christus hat uns den Ausweg aufgezeigt, Gott um Verzeihung dafür zu bitten, was wir als misslungen eingestehen.

WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

Eine Bedingung ist allerdings an die Vergebung geknüpft: Wer nicht bereit ist, anderen zu vergeben, verwirkt die Zusage, dass ihm vergeben wird. Das fällt uns häufig ungemein schwer, zumal wenn uns das Verhalten anderer sehr verletzt oder geschadet hat, noch schwerer, wenn jenem jede Einsicht fehlt. Leichter ist es, wenn er um Verzeihung bittet. Und sonst? Wir können uns mit einer Frage dem Verständnis für den unliebsamen Mitmenschen annähern, nämlich: Was hat er denn wohl Wichtiges für sich dabei im Sinn gehabt? Was war sein Motiv? Richtete sich, obgleich mich das Verhalten betrifft, das Verhalten denn tatsächlich gegen mich persönlich? Kann ich nicht wenigstens Verständnis dafür aufbringen und es Gott überlassen, über dessen Schuld-haftigkeit zu urteilen? Ein Gespräch mit dem Schuldigen zu führen, kann die Bereitschaft zur Vergebung beflügeln.

UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG,

Als Versuchung kann vieles gelten, das unser Verhalten bestimmt. Wir nennen Sucht, wo nach mehr verlangt wird, als gut und nötig ist. Um die Gaben der Selbstdisziplin und Nächstenliebe bitten wir, um Versuchungen zu widerstehen. Denn das meiste, um das wir im Übermaß verlangen, schadet anderen oder uns oder der Umwelt. Das zu vermeiden, dürfen wir Gottes Unterstützung erbitten.

SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

Das Böse ist nicht nur das gebotswidrige Denken, Wollen und Tun, sondern auch die Unterlassung dessen, was in unserer Macht steht, um Böses zu verhindern, das von anderen ausgeht. Das ist oftmals nicht leicht. Eben deswegen dürfen wir um die Kraft dazu Gott, unseren Vater, bitten.

DENN DEIN IST DAS REICH

Ja, das ganz physische und geistige Universum ist von Gott, unserem Vater geschaffen und durchdrungen. Gott ist darin gegenwärtig als Schöpfer, als Christus und als Heiliger Geist. Wir sind nicht allein auf uns gestellt.

UND DIE KRAFT

Von Gottes Schöpferkraft sind wir beseelt. Jeder hat von seinem Geist schöpferische Fähigkeiten empfangen, nämlich zu denken, zu erkennen, zu reden, zu planen, zu entscheiden, zu gestalten, zu wollen und zu handeln.

UND DIE HERRLICHKEIT

Wenn wir kreativ und verantwortungsbewusst diese Kräfte einsetzen, dann wirken wir mit, dass der von Anfang an gesunde Zustand der Schöpfung so gewahrt oder wieder hergestellt wird, dass Gott selbst Freude daran hat.

In EWIGKEIT.

Unser Wirken in der Zeit soll ein Beitrag sein zum Wohl der Schöpfung über alle Zeit hinweg.

AMEN

Dafür wollen wir uns beherzt einsetzen und dazu Gottes Segen erbitten.


Ein Vaterunser für eine friedvolle Zukunft

VATER UNSER IM HIMMEL

Du siehst alles, weißt alles, gibst und nimmst alles
und mutest uns viel zu.
Auf der Flucht vor Unfrieden und Not in ihrem Heimatland
kommen scharenweise Menschen zu uns,
deren Sprache und Gewohnheiten uns fremd sind.
Das macht uns ängstlich und besorgt.
Über den Umgang mit den Flüchtlingen gibt es Streit.
Um Anteil an Deiner Weitsicht und Weisheit bitten wir,
damit wir zu mehr Frieden auf Erden beitragen können.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME

Deinen Namen im Gebet zu heiligen, reicht nicht.
Unsern Nächsten zu lieben wie uns selbst, erwartest Du,
und dass wir Deine Schöpfung erhalten, deren Teil wir sind.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

DEIN REICH KOMME

Verzweifelte fliehen aus ihrer Heimat,
suchen Zuflucht, Schutz und eine Lebensperspektive bei uns.
Was Du uns gewährst, sollen wir mit ihnen teilen.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

DEIN WILLE GESCHEHE,

Du hast uns durch Christus gesagt:
„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.“
Mit unseren Händen sollen wir mitwirken,
dass Dein Wille geschehe.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN.

Zwar geht es uns noch gut,
aber den Himmel haben wir nicht auf Erden.
Und was wir besitzen,
möchten wir lieber mit Freunden als mit Fremden teilen.
Leichter fällt es gewiss,
wenn Fremde uns zu Freunden werden.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

Nicht nur für mich und die Meinen darf ich das tägliche Brot erbitten,
sondern für „uns“, Deine Kinder, Deine Geschöpfe.
Uns allen kann es nur gut gehen,
wenn wir lernen und bereit sind zu teilen.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

UND VERGIB UNS UNSERE SCHULD,

Indem wir an Christus glauben, wissen wir,
dass die Schuld, die wir bekennen,
uns von Dir vergeben wird.
Für Deine uns geschenkte väterliche Güte,
erwartest Du unser Gottvertrauen als Antwort.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

Vieler Menschen Verhalten bekümmert uns.
Oft meinen wir, dass könne auch Dir, Vater, nicht gefallen.
Haben wir nicht reichlich damit zu tun,
unser eigenes Verhalten zu kontrollieren?

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG,

Wir sind versucht,
unseren Besitz und Einfluss zu mehren,
streben ungeduldig nach immer mehr
und vermeintlich Besserem.
Gib uns die Weisheit zu erkennen,
was uns und andern wirklich nötig ist.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

Mit Anspruchsdenken, Gier und Sucht,
mit Selbstgefälligkeit, Hartherzigkeit und Hass
verlieren Menschen die Freiheit und Würde,
die Du ihnen gabst.
Unserer Liebe zu Dir und unsere Nächstenliebe
sollen sich als stärker erweisen.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

DENN DEIN IST DAS REICH

Wir reden von Eigentum und sind doch nur Besitzer.
Du leihst uns alles, was wir besitzen,
für eine überschaubare Weile.
In diesem Bewusstsein sollten wir andern großzügig davon abgeben.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT

Wir wissen um die Begrenztheit unserer Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Als Menschen sind wir lernfähig,
als Christen zudem zuversichtlich:
Wir sollen Deine Schöpfung so erhalten,
dass Deine Herrlichkeit sich darin zeigt.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu, Vater.

In EWIGKEIT.

Für eine dauerhafte Zukunft sind
der gute Umgang mit sich, mit einander und mit der Natur nötig.
Mit unserm Tun und Lassen sind wir dafür
Dir gegenüber verantwortlich.
Du aber wirst uns dabei zur Seite stehen,
wenn wir Dich inständig darum bitten.

Schenk uns die Einsicht und die Kraft dazu,
lieber Vater im Himmel.

AMEN


Ein Vaterunser für Marc,
einen verunglückten Schüler, und für die um ihn Trauernden

VATER UNSER

Vater? Wo bleibt Deine Gegenwart, Herr,
wo Deine Achtsamkeit und wo Deine Barmherzigkeit?
Leid und Trauer gießt Du über uns aus.
Und wir begreifen nicht, warum. Musste es sein?
Warum gerade auf dem Heimweg von der Konfirmandenvorbereitung?
Hatte es denn nicht noch Zeit, viel Zeit?
Unser Vater, nicht nur Vater der Lebenden,
auch Marcs Vater, bist Du.
Nun ist er bei Dir.
Uns lässt Du auf Erden ohne ihn,
er aber darf bei Dir sein.

IM HIMMEL

Weit weg ist der Himmel.
Weit weg hast Du uns Marc entrissen.
Weit weg bist Du in Deinem Himmel.
Himmel, gib ihn uns doch wieder!
Der Weg von der Erde zum Himmel
ist eine [1] unendlich lange Treppe,
die wir immer wieder strauchelnd
ein Stück weit hinaufkommen.
Den Rest schenkst Du uns.
Marc hast Du ein zu großes Stück geschenkt.

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME

Der Apostel Markus hat uns in seinem Evangelium
Christus als Deinen Sohn erlebbar gemacht.
Marc wollte Christus in der Konfirmation begegnen.
Wir hätten diese Begegnung so gern fröhlich mit ihm gefeiert.
Nun ist er schon bei Dir,
aber Tränen machen uns sprachlos.
ir können Deinen Ratschluss und Dein Handeln nicht begreifen.
Lass uns aus der Unvollkommenheit unseres engen Blickwinkels
nicht an Dir irrewerden, Herr.
Einst lässt Du jeden mehr erkennen,
indem Du ihm die Gnade der Vollendung schenkst.
Leg jetzt Deinen Finger auf unsern vor Trauer schreienden Mund,
dass kein böses Wort gegen Dich von unserem Kleinmut zeuge.

DEIN REICH KOMME

Dein Reich ist jene Welt, in der es nichts Unwahrhaftiges gibt,
kein Leid, keine Dunkelheit, keine ungeschützten Bushaltestellen
und keine rasenden Autos.
Bei Dir müssen wir nicht mehr vorsichtig
hinter dem haltenden Bus um die Ecke schauen.
Bei Dir gibt es keine Schrecken, keine Schmerzen und keine Tränen,
sondern nur sichere, liebevolle Geborgenheit.
Schenk uns diese Zuversicht, lindere unsern Schmerz
und nimm die Dunkelheit von unsern Augen
und von unsern Herzen, bitte.

DEIN WILLE GESCHEHE,

Wenn Du uns Freude schenkst, ist es ein Leichtes,
Deinen Willen darin zu erkennen und anzunehmen.
Nun hast Du uns eine furchtbar schwere Bürde aufgegeben.
Wir möchten sie nicht tragen.
So hilf uns bitte,
dass wir sie doch annehmen und tragen können.

WIE IM HIMMEL SO AUF ERDEN.

In Deinem Reich regiert Dein Geist uneingeschränkt,
dort ist das Erkennen ein Schauen,
dem nichts verborgen bleibt.
So hilf uns bitte,
dass die Augen unserer Herzen hier nicht vor Schmerz erblinden.
Lass uns mutig darauf hinwirken,
die Straßen sicherer
und das Miteinander menschlicher zu machen.

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

Um die Traurigkeit auszuhalten und zu überwinden,
stärke bitte unseren Glauben
an die Verheißung ewigen Lebens für Marc
und schenke ihm Deine beglückende Nähe.

UND VERGIB UNS UNSERE SCHULD,

Es bedrückt uns, dass wir unvollkommen sind.
Bestimmt haben wir es oft an etwas fehlen lassen,
was Du von uns erwartet hast.
Auch Marc hätten wir manche Aufmerksamkeit früher schenken sollen,
manches heftige Wort vielleicht besser gelassen.
Wer hätte denn auch geahnt,
dass er so jung sterben würde.
Nun können wir nichts mehr nachholen.
Aber wir können ihn liebbehalten.
Und darum, bitte, vergib uns.

WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

Der Autofahrer, dem Marc vor das Auto kam,
fühlt sich mitschuldig.
Auch er wird den grauenvollen Augenblick
nicht vergessen können.
Du, Vater, willst keinen Zorn,
willst keine Verbitterung,
willst, dass wir vergeben.
Wir können nicht Dich um Vergebung bitten,
wenn wir selbst nicht zu vergeben bereit sind.

UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG,

Hybris, Hochmut, heißt die Gefahr der Selbstüberschätzung,
die uns von Dir so weit entfernt
wie wir uns vollkommen wähnen.
Du mahnst uns zu Achtsamkeit,
und Demut ist Deine Erwartung an uns.
Begnade uns damit, bitte.

SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

Trauer ohne Hoffnung ist arg.
Lege uns die Gabe der Hoffnung ins Herz.
Lass uns spüren, dass der Tod nicht das Letzte ist,
sondern die Schwelle zu Deinem Reich.

DENN DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT
UND DIE HERRLICHKEIT IN EWIGKEIT.

Du hast uns verheißen die geistige Welt,
in der alle Tränen ein Ende haben,
und die Macht, die allen irdischen Gewalten überlegen ist,
und das helle, klare Licht Deiner Gegenwart.
Dahin hast Du Marc nun aufgenommen.
Dort, in Deinem Reich, Vater,
dürfen wir ihm wieder und wieder begegnen.

AMEN


Anmerkung:

Das Bild des Lebens als einer Leiter, die zum Himmel führt, ist in meinem Essay zu "Himmelfahrt" ausführlich dargestellt. - zurück zu [1].


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